Geschichte und Hall of Fame von 1870 bis 2011

1870   Alphonse Penaud (Frankreich) baut das erste flugtüchtige Flugmodell mit Gummimotor und Luftschraube. Dabei erstmals bewusste Anwendung der Einstellwinkeldifferenz, über deren Grösse Modellflieger noch heute weltweit fachsimpeln.
1891   Otto Lilienthal unternimmt erste Gleitflüge.
1901   Am 31. März wird der Schweizerische Aero-Club, heute Aero Club der Schweiz AeCS, gegründet.
1903   Erster Motorflug der Gebrüder Wilbur und Orville Wright.
1905   Gründung der Fédération Aéronautique Internationale (FAI) in Paris.
1909   Louis Blériot überfliegt den Ärmelkanal.
1910
 
Der Berner Arthur Utz führt die ersten Flugmodellbaukurse durch
Zur gleichen Zeit veranstaltet M. Stürm in Rorschach die erste Flugmodellausstellung
1915   Gründung des Modellflugvereins Bern
1926   Aus dem 1918 gegründeten Flugsportverein Zürich bildet sich 1926 der Flugzeugmodellbau-Verein Zürich
1927   Charles Lindbergh überfliegt als erster den Nordatlantik von New York nach Paris
1928   Nachdem sich landesweit immer mehr Gruppen gebildet haben, suchen diese zwecks sportlichem Messen in Wettbewerben den Kontakt. Ab 1928 finden auf dem Gottschalkenberg (ZG) jährlich nationale Wettbewerbe für Segelflumodelle statt. 
Bekannte Förderer und Namen aus dieser Zeit:
Baroni, Schramme, Burger, Fellmann, P. Meyer, Dr. Dollfus, Willy Bauer, Th. Willi und Arnold Degen.
1938   Gründung der Stiftung "Pro Aero" durch den Schweizerischen Aero-Club, mit dem Ziel, den Fluggedanken in der Schweiz zu fördern. Leitgedanke: "Ein Volk, das nicht fliegt, wird überflügelt". Mit Begeisterung beteiligten sich auch die Modellflieger an der Sammelaktion der Stiftung. Der Zufluss von Geldern aus der Stiftung macht es wiederum möglich, die materielle Grundlage der Gruppen zu verbessern und deren Entwicklung zu fördern.
Im gleichen Jahr wählt die Delegiertenversammlung eine spezielle Zentralkommission für das Modellflugwesen und überträgt ihr die Aufgabe, durch Ausarbeitung entsprechender Reglemente die Grundlagen für den Anschluss aller Modellbauer und Luftsportler der Schweiz an den Aero-Club der Schweiz zu schaffen sowie für eine sportgerechte Durchführung des Trainings- und Wettbewerbsbetriebes zu sorgen.
1939   Erstflug von Igor Sikorskys VS-300, dem ersten Hubschrauber mit Haupt- und Heckrotor.
1939  
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg zählt die Schweiz rund 50 aktive Modellfluggruppen mit über 1000 Mitgliedern. Der Kontakt mit den Modellfliegern des Auslandes ist rege und die Schweiz schlägt sich erfolgreich an diversen internationalen Wettbewerben. Wie der langjährige verdiente Präsident der Modellflugkommission des Aero-Clubs der Schweiz Professor Dr. J. Fritschi, anlässlich des 50jährigen Bestehens des Aero-Clubs der Schweiz rückblickend ausführte, war der Zusammenhalt unter den Modellfluggruppen sowie zwischen den Gruppen und dem Zentralsekretariat trotz der vorhandenen Dachorganisation, der Schweizerischen Modellflugtagung, ganz unterschiedlich und allzu locker, die materielle Unterstützung ungenügend.
 Als ausführendes Organ wurde dieser Kommission ein Oberexperte in der Person des damals erfolgreichsten und auch mit einem natürlichen Lehrtalent begabten Modellbauers A. Degen beigesellt und diesem auf dem Zentralsekretariat eine Versuchsstelle für den Modellflug eingerichtet.
1940   Am  8. Dezember 1940 kann der um den Modellflug in der Schweiz sehr verdiente Zentralpräsident Walo Gerber in Bern die Obmänner von 56 Gruppen über die Genehmigung des Anschlusses der Modellfieger an den Aero-Club der Schweiz informieren. Damit ist die Grundlage für eine sehr erfreuliche Entwicklung während den nächsten Jahrzehnten geschaffen. Allerorten, von Genf bis zum Bodensee, vom Berner Jura bis zum Tessin, werden in rascher Folge neue Gruppen gegründet und deren Obmänner und Mitglieder in besonderen Ferienkursen in ihre neue Aufgabe eingeführt.
1942   Zu den traditionellen Gummimotormodellen und den im Jahre 1942 durch die Schaffung eines ersten Klein-Dieselmotors mächtig geförderten Motormodellen gesellten sich die Wassermotormodelle und später die gefesselten Kreisflugmodelle für Akrobatik und Geschwindigkeitswettbewerbe, die Hornissen unter den kleinen Flugzeugen. An Zahl gering, aber in der Leistung fein entwickelten sich die kompassgesteuerten Segelflugmodelle, mit denen erstaunliche Leistungen im Zielflug erreicht worden sind
1944   Die Zahl der Gruppen ist auf 111 und die der Mitglieder (Kadetten eingerechnet) auf 2100 angestiegen. Auch die Zahl der Wettbewerbe wuchs. Es wurden solche auf den Flugplätzen und Ebenen des Mittellandes wie auf den Höhen der Voralpen, im winterlichen Arosa wie auf den blauen Wassern der Tessiner Seen abgehalten.
 Die Hauptereignisse bildeten jedes Jahr die nationalen Wettbewerbe, die immer herrliche Flugbilder und einen zuverlässigen Überblick über die Entwicklung der Leistungen von Jahr zu Jahr boten. Die Zahl der Teilnehmer an den Veranstaltungen wuchs bald derart, dass sie durch eine strengere Ausscheidung eingeschränkt werden musste.
Umfassten die ersten nationalen Wettbewerbe noch alle vorhandenen Modellkategorien, so mussten sie bald in zeitlich und örtlich voneinander getrennte Spezialwettbewerbe der einzelnen Kategorien aufgeteilt werden. Die Erfinderlust der jungen Konstrukteure schuf immer neue Typen und Formen. So gesellten sich zu den normalen Segelflugmodellen die phantastischsten, oft einmaligen Sonderkonstruktionen, von der Ente bis zur Himmelslaus, vom gepfeilten Nurflügler bis zum fliegenden Brett.
1945   Nach Kriegsende gehen die ersten fliegerischen Tätigkeiten nach dem Flugverbot vor allem aus den Kreisen der Modellflieger hervor.
1956   Werner Kölliker wird in die Modellflugkommission gewählt.
1960   Die Schweiz führt auf dem Militärflugplatz in Dübendorf die erste RC-Kunstflug-Weltmeisterschaft durch.
1963   Werner Kölliker führt im Schweizer Fernsehen den ersten Baukurs im Vorabendprogramm durch, dies immer live. (Gastauftritt Kreisflug; Peter Germann)
1969   Bruno Giezendanner wird zum ersten Mal Weltmeister in der Klasse RC-Kunstflug/F3A.
1969   Der Amerikaner N. Armstrong betritt als erster Mensch den Mond.
1971   Bruno Giezendanner wiederholt seinen Sieg in der Klasse F3A und wird mit dem Modell Marabu zum zweiten Mal Weltmeister in der Klasse RC-Kunstflug/F3A.
1972   Ab diesem Jahr wurde die Modellflugkommission durch das heutige Ehrenmitglied des SMV, Werner Kölliker - genannt "Kö" - präsidiert. Bis zur Strukturreform blieb Kö als engagierter Modellflieger an der Spitze der Modellflugkommission des AeCS.
1973   Werner Kölliker, Hans Diana und Arnold Degen gründen die Modellflug-Veteranenbewegung.
1975   Die zweite Weltmeisterschaft in der Schweiz in der Kategorie RC-Kunstflug oder in der heutigen Bezeichnung F3A, wird in Bern durchgeführt. Wolfgang Matt wird zum ersten Weltmeister in dieser Klasse.
1977   Am 1. September tritt Marco Schnyder als Sachbearbeiter Modellflug in die Dienste des Aero Club der Schweiz ein. Er steht bis zum heutigen Tag als engagierter Mitarbeiter für die Sparten Modellflug, Segelflug und Microlight und vor allem als Leiter des Pro Aero Jugendlagers in den Diensten des Aero Club der Schweiz.
1979   Wolfgang Matt wird zum zweiten Weltmeister in der Klasse F3A im südafrikanischen Johannesburg.
1981   Der Tag des Modellfluges wird im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern durchgeführt.
1983   Das erste Aviatik-Jugendlager findet in St. Moritz statt. Werner Kölliker und Emil Giezendanner waren die damaligen Organisatoren und geistigen Väter dieser Veranstaltung, es ist die Basis des später so erfolgreichen Pro Aero Jugendlager des AeCS.
1984   Das F4 Scale Team wird in Paris Mannschaftsweltmeister.
1986   Das F4 C Scale Team wird Mannschaftsweltmeister in Kjeller bei Oslo.
1987   Die Weltmeisterschaft der Helikopterklasse im Berner Belpmoos wird zum zweiten Mal nach 1985 durchgeführt.
1988   Bundesrat Schlumpf „entlässt“ die Modellflieger aus der Bundesaufsicht und der Kontrolle des damaligen Luftamtes, dem heutigen Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL). Er erweist damit der aviatischen Basisbewegung Modellflug einen „Bärendienst“ und setzt die Modellfluggruppen als nationale Aviatiksparte dem Zugriff und der teilweisen Willkür von Kantons- und Gemeindebehörden aus.
1991   Erste Obmännerkonferenz des neu gegründeten Schweizerischen Modellflugverbandes SMV.
Werner Kölliker tritt zurück und übergibt das Amt dem ersten Präsidenten des Modellflugverbandes, Jürg Schmitter.
1992   Franziska Stoll-Lazza gewinnt in Melbourne/Florida den Weltmeistertitel in der Raketen-Klasse S4B.
1994  
Werner Kölliker wird an der Schweizerischen Obmännerkonferenz des SMV zum ersten Ehrenmitglied des Schweizerischen Modellflugverbandes gewählt.
Heiner Borer gewinnt in Schanghai, China, zusammen mit seinem Partner Cesare Saccavino den Weltmeistertitel im Mannschafts-Racing (Team-Racing), der Fesselflug-Kategorie F2C.
1995   Die Modellflug-Versicherung, eine breite Dienstleistung für alle Modellflieger in der Schweiz, entsteht im Zusammenhang mit dem neuen LFG Luftfahrtgesetz mit der Elvia-Versicherung (heute ALLIANZ). Das gesamte Versicherungspaket wird nach und nach bedarfsgerecht ausgebaut und schützt nun die einzelnen Modellflieger, Gruppen und Verbände mit einem umfassenden Versicherungspaket von der Haftpflicht- bis zur Rechtsschutzversicherung.
1996   Der Schweizerische Modellflugverband geht als erster Spartenverband des AeCS im Internet dank dem Engagement des späteren SMV-Präsidenten Yves Burkhardt online.
1997   In der Freiflugklasse F1E gewinnt das Team der Schweizer Nationalmannschaft die Team-Wertung in Rana, CZ. Yves Burkhardt wird in den Zentralvorstand des AeCS seitens des SMV delegiert.
1998   In Swartkoop/Südafrika gewinnt die Nationalmannschaft der Schweiz den Titel in der Klasse F4 Large-Scale und Andreas Lüthi den Titel in der Einzelwertung.
1999    Urs Leodolter gewinnt den Welt-Cup der F5B Elektroklasse.
Jürg Schmitter tritt als Präsident des SMV zurück und wird zweites Ehrenmitglied des Modellflugverbandes. 
Zum neuen Präsidenten des SMV/FSAM wird Yves Burkhardt gewählt.
Anlässlich der Delegiertenversammlung des AeCS erhalten alle Regionalen Modellflugverbände wieder den Status ordentlicher Regionalverbände im Sinne der Statuten des Aero Club der Schweiz.
2000  
 Urs Leodolter gewinnt in San Diego den Weltmeistertitel in der Elektroflugklasse F5B.
Anlässlich der Scale Weltmeisterschaft im eigenen Land in Interlaken gewinnt die Schweiz beide Titel in den Klasse FAI F4C und F4 Large Scale. Einzelsieger in beiden Klassen wird der Burgdorfer Lehrer Andreas Lüthi. In der Klasse FAI F4C doppelt Hans Amman als Silbermedaillengewinner nach und bewirkt den Doppelsieg. Die Schweizer Nationalhymne wird bei vier von sechs Fahnenaufzügen gespielt.